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Die Barbara Legende Am 4. Dezember
eines jeden Jahres feiert die Artillerie das Fest ihrer Schutzheiligen, der
“heiligen Barbara”.
Der Brauch, das Barbarafest zu feiern, stammt aus Frankreich und hat sich
von dort über die Rheinbundstaaten bis in die entlegenste preußische
Garnison verbreitet.
Barbara war die schönste Tochter des römischen Centurio Dioskurus in
Nikomedien. Wie so häufig bei Offizier- und Pastorentöchtern, war auch sie
ein wenig progressiv und wandte sich deshalb dem Christentum zu.
Ihr Vater, schon von seiner Dienststellung her, und der Verpflichtung zur
Loyalität seinem Kaiser gegenüber, bewegt, versuchte verzweifelt, sie
wenigstens vom Gottesdienst fernzuhalten. Als alle erzieherischen Bemühungen
fehlschlugen, ließ er sie in seiner Not in einem Turm einmauern. Aber das
nützte, wie schon jeder ahnt, nichts, denn die Kraft des Glaubens war
unüberwindlich.
Vor Ihren Gebeten brachen die Mauern und Barbara besuchte die Messe. Der
Vater war außer sich. Sie blieb jedoch standhaft und weigerte sich
beharrlich, dem neuen Glauben abzuschwören. So blieb dem verzweifelten Vater
im Einklang mit der damaligen Rechtsprechung nichts anderes übrig, als seine
“mißratene Tochter” durch Enthauptung vom Pfad ihres “Irrglaubens” zu
retten.
Kaum hatte er diese Untat mit eigener Hand vollführt, als er auch schon von
einem plötzlichen aus blauen Himmel nieder- zuckenden Blitz erschlagen
wurde. Barbara wurde die Schutzpatronin der Bergleute, die Untertage den
schlagenden Wettern ausgesetzt sind. Sie wurde als Nothelferin bei Gewittern
und Feuern um Beistand angerufen.
Die Artillerie verehret sie als Beschützerin, weil diese
Truppengattung “den Blitz der Schlachten” führt und vor ihren Waffen die
Mauern feindlicher Städte niedersinken.
So wird nun schon seit langer Zeit, auch bei FlaRak Verbänden, die der
Artillerie sehr nahe stehen, jährlich die Barbara als “Fest der jungen
Offiziere” zelebriert. Dabei wird das positive und negative Verhalten der
älteren Offiziere im vergangenen Jahr in Form von Sketchen, Reden und
Vorführungen durch das junge Offz-Korps dargestellt. Neben dieser
“Ventielfunktion” wird dem älteren Offz Korps die Gelegenheit zur
Selbstkontrolle gegeben. Hierzu wird für diesen Tag die hierarchische
Struktur aufgehoben. Nicht ohne Sinn ist auch auf jeder Barbara Feier der
Genuss von Alkohol, der durch gute und schlechte Taten der älteren Offiziere
verabreicht wird. Durch dieses meist “hochprozentige Zeremoienell” wird dem
zu Recht oder Unrecht Betroffenen die Möglichkeit erleichtert, sein Gesicht
zu wahren. Bleibt noch zu bemerken, dass das Fest sich nicht nur auf die
Offiziere beschränkt, sondern auch von Unteroffizieren in ähnlicher Form
begangen wird.
Autor: August Freimuth
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